Red Bull Salzburg Sportdirektor Freund über Matthias Jaissle: „Vor drei Monaten haben wir gehört, dass wir nicht mehr Meister werden und jetzt haben wir einen Trainergott“

via Sky Sport Austria
  • Christoph Freund auf die Frage, ob Karim Adeyemi fix bis zum Saisonende in Salzburg bleibt: „Ich weiß nicht, was eintreten müsste, dass Karim die Saison nicht fertig spielt“
  • Jaissle über den Lauf der Salzburger: „Wenn wir unsere PS auf die Straße bekommen, werden wir schwer zu schlagen sein“
  • Sky-Experte Marc Janko über Matthias Jaissle: „Momentan ist alles eitel Wonne. Die Stärke zeigt sich oft nicht nur in den guten Phasen.“
  • Marc Janko über die Qualität der Arbeit beim Verein FC Red Bull Salzburg: „Nur Geld alleine hilft auch nichts“
  • Marc Janko über die Leistung von Jörg Siebenhandl: „Vielleicht hat er das Pech jetzt für den Rest seiner Karriere aufgebraucht“

FC Red Bull Salzburg und SK Puntigamer Sturm Graz endet mit 4:1. Die wichtigsten Stimmen zur Partie des 12. Spieltages der ADMIRAL Bundesliga bei Sky Sport Austria.

FC Red Bull Salzburg – SK Puntigamer Sturm Graz 4:1 (2:0)
Schiedsrichter: Manuel Schüttengruber

Matthias Jaissle (Trainer FC Red Bull Salzburg):
…nach dem Spiel: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie haben auch heute wieder gezeigt, warum sie zurecht auf Platz Eins stehen. Nach dem Highlight unter der Woche haben sie wieder Anschluss gefunden. Wenn wir unsere PS auf die Straße bekommen, werden wir schwer zu schlagen sein.“

…über die Unterschiede im heutigen Spiel: „Es ist entscheidend, dass wir vom Einsatz, Willen und Mentalität her den richtigen Zugang finden. Speziell gegen einen Topkonkurrenten ist es noch wichtiger. Das haben die Jungs mit Bravur gemacht.“

…über die Dominanz der Mannschaft: „Ich glaube schon, dass die Jungs den Ansporn hatten, den Grazern zu zeigen dass wir die bessere Mannschaft sind. Heute war es ein absolutes Topspiel. Wir mussten definitiv an unsere hundert Prozent kommen.“

…über die Entwicklung von Noah Okafor: „Er ist dafür selbst verantwortlich. Er ist fleißig und offen für Dinge, die ich und das Trainerteam ihm mitgeben. Grundsätzlich ging es in erster Linie darum das Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Er hatte einen schwierigen Start und ist jetzt auf dem richtigen Weg.“

…über das Gegentor: „Es ärgert mich schon. Sowas ist unnötig. Die Grazer sind eine absolute Topmannschaft. Es gab eine Phase innerhalb der 90 Minuten, die wir überstehen mussten. Wenn sie den Ausgleich machen, läuft die Partie anders. Dementsprechend mussten wir 90 Minuten griffig und scharf sein, um alles wegzuverteidigen.“

…auf die Frage, ob die Meisterschaft entschieden ist: „Absolut nicht. Schon vor dem Spiel habe ich gesagt, dass das zu früh ist. Die Meisterschaft ist definitiv noch nicht entschieden. Es ist noch eine lange Saison, bis der Titel vergeben wird. Wir sind aber auf einem richtig guten Weg.“

…über den Meisterteller: „Sieht schön aus der Meisterteller, aber wir haben noch einige Monate zu absolvieren.“

Karim Adeyemi (FC Red Bull Salzburg):
…nach dem Spiel: „Wir wollen immer mehr, egal ob in der Champions League oder in der Liga. Wir wollen Spiele gewinnen und uns beweisen. Ich denke das machen wir super.“

…über Saisonziele: „Wir wollen die Liga gewinnen. Wir versuchen alle Spiele zu gewinnen und da bleiben wir sicher dran.“

Noah Okafor (FC Red Bull Salzburg):
…auf die Frage nach einem ungefährdeten Sieg: „Wir hatten am Mittwoch ein sehr gutes Spiel. Das Schwierige ist, das zu bestätigen. Wir haben uns vorgenommen an der Leistung vom Mittwoch anzuknüpfen, das ist uns gelungen.“

…über die Sucht nach Siegen: „Als Fußballer möchte man immer gewinnen. Als Offensivspieler will man immer Tore schießen und Assists geben. Das ist mir gelungen. Was zählt sind die drei Punkte.“

…über seinen derzeitigen Lauf: „Ich hatte es nicht immer ganz einfach. Ich war oft angeschlagen und hatte ein bisschen Pech, aber ich habe mich nicht runterziehen lassen. Der Verein steht hinter mir. Ich möchte Vollgas im Training geben und viele Gespräche mit dem Trainer führen, der immer sehr direkt ist. Als junger Spieler ist das sehr wichtig für die Entwicklung. Das ist mir gelungen. Ich fühle mich topfit. So kann es weitergehen.“

…auf die Frage, wo er sich laut Matthias Jaissle verbessern könnte: „Überall. Er sagt, dass viel Luft nach oben ist. Das habe ich angenommen, das weiß ich auch. Ich versuche im Training immer mein Bestes zu geben und mich überall zu entwickeln. Jetzt heißt es sich gut zu regenerieren. Am Mittwoch geht es im Cup weiter gegen St. Pölten.“

Christoph Freund (Sportdirektor FC Red Bull Salzburg):
…über die Dominanz der Salzburger: „Es war jetzt ein überragender Start nach zwölf Runden und 34 Punkten. Es waren auch einige Spiele knapp. Der große Unterschied war, dass wir derzeit wenig Gegentore bekommen. Es wirkt sehr stabil und deswegen haben wir auch eine große Dominanz. Es macht extrem Spaß der Mannschaft zuzusehen und sie sind noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. Es ist sehr beeindruckend, was die Jungs abliefern.“

…über das Potential der Mannschaft: „Ich bin überzeugt, dass wir noch besser werden können. Einen richtig guten Trainer haben wir noch dazu, der sehr ehrgeizig ist. Im Moment funktioniert es richtig gut. Wir werden nicht alle Spiele gewinnen, aber die Mannschaft ist extrem interessant. Viele Spieler können demnächst den nächsten Schritt gehen und es stimmt mich positiv. Viele haben gesagt, dass der Anfang mit der jungen Mannschaft und Trainer schwierig wird. Jetzt starten wir so rein wie noch nie, deswegen ist das eine coole Geschichte.“

…über eine jüngere, aber reifere Mannschaft: „Viele Spieler kennen das System seit vielen Jahren. Es wird nicht viel herumgewechselt und wir spielen immer dasselbe System. Die Spieler fühlen sich extrem wohl zusammen als Mannschaft in diesem System. Das ist der Schlüsselfaktor. Sie können sich auch auf die Abläufe verlassen und das macht die Mannschaft so stark. Die Intensität und die Spielfreude kommt dann einfach dazu. Die Basis ist, dass die Abläufe zu hundert Prozent passen. Das ist eine starke Arbeit vom Trainer und dem Trainerteam.“

…über die Stärken von Matthias Jaissle: „Vor drei Monaten haben wir noch gehört, dass wir nicht mehr Meister werden und jetzt haben wir einen Trainergott. Das geht alles so schnell. Er ist extrem ehrgeizig und konsequent in der Sache. Die Jungs bekommen klare Ansagen und er ist strukturiert. Das braucht die Mannschaft. Von ihm werden wir die nächsten Jahre noch sehr viel hören, auch im internationalen Fußball. Jetzt sind wir froh, dass er da ist.“

…auf die Frage, was man von Karim Adeymi noch erwarten kann: „In den kommenden Monaten hoffentlich viele geile Spiele. Er kann noch ein paar Elfer rausholen. Er ist auf guten Weg und hat Spielfreude. Das passt gut hierher. Er soll die Saison fertig spielen und die Rolle ausfüllen.“

…auf die Frage, ob Karim Adeyemi fix bis zum Saisonende in Salzburg bleibt: „Das ist der Plan, aber was ist im Fußball schon fix. Ich weiß nicht, was eintreten müsste, dass der Karim die Saison nicht fertig spielt.“

Christian Ilzer (Trainer SK Puntigamer Sturm Graz):
…nach dem Spiel: „Der Anschlusstreffer hat uns Zuversicht gegeben. Nach dem 2:0 habe ich noch gespürt, dass was passieren kann, wenn der Anschlusstreffer gelingt. Das Spiel hätte mehr hergegeben, wenn wir präsenter geblieben wären und das Gegentor nicht bekommen hätten.“

…über das Spiel: „Insgesamt war es dann doch zu viel, was vor dem Spiel passiert ist. Kurz vor dem Spiel müssen wir noch den Hierländer vorgeben. Alles an Matchplänen wurde umgeworfen. Es war nicht einfacher für die Mannschaft. Vorentscheidend war die Anfangsphase, wo wir nicht geordnet waren. Heute war Salzburg das weit bessere Team.“

…über den Ausfall von Stefan Hierländer: „Wir haben es probiert. Er hat uns von seiner Seite aus das OK gegeben. Beim Aufwärmen bei einem Schuss hat sich der Meniskus wieder gemeldet und es war unmöglich zu spielen. Wir haben innerhalb kürzester Zeit eine Entscheidung treffen müssen.“

…über die Fehler von Jörg Siebenhandl: „Das wissen wir jetzt alle und wir brauchen nicht großartig Bauchpinseln. Wir stehen hinter dem Jörg. Es gibt immer wieder diese Phasen, wo Dinge in einer größeren Häufigkeit passieren. Jetzt hat der Jörg zwei Fehler gemacht. Wir werden ihn alle aufrichten, wir stehen hinter ihm. Wir werden hier gemeinsam rauskommen.“

…über die kommenden Aufgaben: „Wir werden uns jetzt zwei Tage lang top vorbereiten für das Cup Achtelfinale gegen Ried. Wir haben einige Spieler, die nicht oft gespielt haben, die wir in Form bringen müssen, um ihr volles Potential ausschöpfen zu können. Wir haben einiges zu tun, sowohl in mentaler als auch körperlicher Hinsicht.“

…über eine Vorentscheidung in der Meisterschaft: „Sie werden schwer aufzuhalten sein. Wir werden auf uns schauen und punkten, punkten, punkten. In dieser Phase heißt es nicht nachzulassen, was die Ergebnisse betrifft.“

David Affengruber (SK Puntigamer Sturm Graz):
…auf die Frage, ob Spiele gegen Salzburg frustrierend sind: „Frustrierend nicht. Wir haben nach der Halbzeit wieder gut ins Spiel gefunden und waren knapp dran. Dann haben wir ein bitteres Gegentor bekommen und das hat dann das Spiel gebrochen.“

…über den Patzer von Jörg Siebenhandl: „Die Fehlerkette geht woanders los. Man darf nicht an einer anderen Quelle den Fehler suchen. Wir sind eine Mannschaft und müssen zusammenhalten und Fehler ausbügeln. Der Jörgi ist ein Profi und kann das wegstecken.“

…über das Spiel: „Wir haben die Salzburger in vielen Phasen gut wegverteidigt, waren mutig beim Herausspielen und ab und zu kannst du es nicht verteidigen. Leider ist es heute vier Mal nicht gutgegangen.“

Marc Janko (Sky Experte):
…über eine mögliche Entscheidung der Meisterschaft: „Es gibt noch andere spannende Entscheidungen als die Meisterschaft. Salzburg ist das Non-Plus-Ultra der Liga. Wenn sie wie heute alles in die Waagschale werfen, haben andere Mannschaft keine Chance. Sie schaffen es oft ihre hundert Prozent abzurufen und dann wird es schwer für die anderen.“

…über die große Kluft zwischen Salzburg und den anderen: „Sie können richtige Weltstars abgeben. Was hinten nachkommt ist unfassbar und das in einer Regelmäßigkeit, die fast unheimlich ist.“

…über das Spiel: „Ich hatte immer den Eindruck, dass Salzburg noch einen Gang höher schalten konnte. Die Tore, die gefolgt sind, haben das untermauert.

…über Karim Adeyemi: „Ich glaube er hat mit Matthias Jaissle eine Vereinbarung. Er möchte so lange wie möglich am Feld stehen. Erst wenn er zwei, drei Tore hat, ist es ok für ihn, dass er den Platz verlässt.“

…über Jörg Siebenhandl: „Er hat auch schon viele Punkte für die Grazer gerettet. Jeder weiß, was sie an ihm haben. Vielleicht hat er das Pech jetzt aufgebraucht für den Rest seiner Karriere. Ich würde es ihm wünschen.“

…über Salzburger Konkurrenz: „Für mich als neutralen Beobachter wüsste ich jetzt niemanden, wer den Salzburgern die nächsten zwanzig Runden gefährlich werden kann. Salzburg ist jetzt den anderen ein bisschen entlaufen und da ist es schwer die Lücke zu schließen.“

…über Matthias Jaissle: „Er hat eine unglaubliche Phase in seiner jungen Karriere und er hat nur Siege und zwei Unentschieden kassieren müssen. Da ist es natürlich leicht souverän zu wirken. Entscheidend wird sein, wenn er eine Phase hat, wenn es nicht so gut rennt. Dann bist du auch als Psychologe gefragt. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Momentan ist alles eitel Wonne. Die Stärke zeigt sich oft nicht nur in den guten Phasen.“

…über Salzburger Konkurrenz: „Um den Salzburgern gefährlich werden zu können braucht man eine Stange Geld, um die nötigen Strukturen zu schaffen. Nur Geld alleine hilft aber auch nichts. Es gab auch andere Vereine, wie in Wien, die Geld hatten, aber nichts nachhaltiges daraus produziert haben. Alles nur auf das Geld zu schieben ist zu einfach. Es braucht auch einen Mastermind, der einen Plan damit verbindet und ein Konstrukt schafft, wonach sich jeder richten kann.“