Make your Move #13: Der Checker nimmt Abschied

von Gerfried Pröll

Die BSL verliert ihre Golden Oldies! Drei Wochen nach Stjepan Stazic hängt jetzt auch Milan Stegnjaic von den Kapfenberg Bulls seine Basketball-Schuhe an den Nagel. Der „Checker aus Rijeka“, wie er von seinen Fans liebevoll genannt wird, wird am Samstag beim Livespiel gegen die Klosterneuburg Dukes (18.55 Uhr, Sky Sport Austria 1 HD) offiziell verabschiedet. Der 38-Jährige arbeitet als Physiotherapeut mittlerweile 40 Stunden in der Woche. Da geht sich ein Nebenjob als Teilzeit-Profi einfach nicht mehr aus. Von den vier nicht mehr ganz so jungen Musketieren der Liga sind jetzt also nur noch Tilo Klette (seit Montag 42 Jahre alt) und Shawn Ray (wird im Jänner 40) aktiv.

Milan Stegnjaic werden nicht nur die Anhänger der Bulls vermissen. Der 2,04 m große Power Forward war seit 2004 durchgehend in Österreichs Topliga tätig. Zweimal Oberwart, Feldkirch, Fürstenfeld, Graz und Kapfenberg waren seine Stationen. An den großen Erfolgen der Bulls in den vergangenen Jahren (dreimal Meister, dreimal Cupsieger) hatte Stegnjaic einen nicht zu unterschätzenden Anteil. Der ausgefuchste Routinier hatte die Fähigkeit, bei besonderen Spielen seine besten Leistungen abzurufen. Das machte ihn auch für seinen früheren Coach und jetzigen Sportdirektor Michael Schrittwieser so wertvoll. „Milan wird am Samstag noch einmal einlaufen und ein paar Minuten spielen. Und danach werden wir ihn gebührend feiern.“

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Die Bulls haben nach der überraschend klaren Niederlage beim SKN St.Pölten einiges gutzumachen. Schrittwieser hat sich nach dem 69:89 sogar bei den mitgereisten Fans für die Leistung des Teams entschuldigt. „Wir richten unseren Fokus jetzt aber wieder nach vorne. Besonders wichtig wird sein, die beiden neuen Legionäre besser zu integrieren.“ Guard Eric McClellan hat sein Können schon aufblitzen lassen und soll langfristig als Nachfolger von Bogic Vujosevic aufgebaut werden. Der MVP verlässt die Bulls ja mit Saisonende. Auch Center Mladen Primorac hat das Potenzial, den Kapfenbergern noch viel Freude zu machen.

Das bescheidene Abschneiden der Bulls im FIBA Europe Cup liegt Schrittwieser noch immer im Magen. Der Sportdirektor möchte die Verträge einiger Team-Stützen schon vorzeitig verlängern, um im kommenden Sommer nicht wieder bei Null beginnen zu müssen. „Mit einer eingespielten Mannschaft sollten unsere Chancen größer sein, auf internationaler Ebene den nächsten Schritt zu machen.“ Voraussetzung dafür ist allerdings der Gewinn des vierten Meistertitels in Folge. Und den haben die Bulls noch lange nicht in der Tasche.

Bild: GEPA