Formel 1 trauert um Rennstallgründer Sir Frank Williams

via Sky Sport Austria

Die Formel 1 trauert um Frank Williams. Der ehemalige Haupteigentümer sowie ehemalige Teamchef des Williams Rennstalls ist verstorben.

Der Rennstallgründer und langjährige Formel-1-Teamchef Frank Williams ist tot. Williams sei am Sonntag im Alter von 79 Jahren gestorben, teilte seine Familie mit. „Heute gedenken wir unserer geliebten und inspirierenden Galionsfigur. Frank wird schmerzlich vermisst werden“, gab die Familie bekannt.

Formel-1-Chef Stefano Domenicali sagt: „Heute Morgen rief mich Claire Williams an, um mir die sehr traurige Nachricht zu überbringen, dass ihr geliebter Vater, Sir Frank Williams, verstorben ist. Er war ein wahrer Gigant unseres Sports, der die schwierigsten Herausforderungen im Leben meisterte und jeden Tag dafür kämpfte, auf und neben der Rennstrecke zu gewinnen. Wir haben ein sehr geliebtes und respektiertes Mitglied der Formel-1-Familie verloren, und er wird uns sehr fehlen. Seine unglaublichen Leistungen und seine Persönlichkeit werden für immer in unserem Sport verankert sein. Meine Gedanken sind in dieser traurigen Zeit bei der gesamten Williams-Familie und ihren Freunden.

Am Freitag sei er ins Krankenhaus eingewiesen worden und dort am Sonntagmorgen friedlich gestorben, hieß es in der Mitteilung. Seine Tochter Claire, stellvertretende Teamchefin, vertrat ihn bereits seit langem an den Grand-Prix-Wochenenden. Nach dem Großen Preis von Italien in Monza 2020 zog sich die Familie aus dem an einen US-Investor verkauften Rennstall zurück. Eine Ära ging damit zu Ende. Seit einem Autounfall 1986 auf der Rückreise von Testfahrten im französischen Le Castellet saß Frank Williams im Rollstuhl. Er musste seitdem immer betreut werden.

Für seinen Rennstall holten Legenden wie Nelson Piquet, Nigel Mansell und Alain Prost Titel. Insgesamt neunmal gewann Williams die Konstrukteurs-WM und siebenmal die Fahrerwertung, zuletzt beides 1997. 114 Grand-Prix-Siege feierte Williams.

Die schwärzeste Stunde erlebten Frank Williams und der Rennstall, den er 1977 mit Patrick Head gegründet hatte, am 1. Mai 1994. Die brasilianische Formel-1-Ikone Ayrton Senna starb in Imola nach einem Unfall in einem Williams-Wagen.

Der britische Offizierssohn Frank Williams wurde 1999 von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen. Er wurde für seine Verdienste im Motorsport in Zusammenarbeit mit dem französischen Motorenbauer Renault auch von der Ehrenlegion ausgezeichnet. Williams‘ Rennsport-Karriere hatte zunächst als Pilot in der Formel 2 und Formel 3 begonnen. In den vergangenen Jahren fuhr das Williams-Team in der Formel 1 meist nur am Ende des Feldes.

(APA/sport.sky.de)/Bild: Imago