Alaba will in Dänemark Österreichs „wahres Gesicht“ zeigen

via Sky Sport Austria

Die Rollen sind klar verteilt. Auch David Alaba weiß um die Qualitäten der dänischen Fußball-Nationalmannschaft. Der Real-Madrid-Legionär betritt den Platz am Dienstag (20.45 Uhr) in Kopenhagen wie selten in seiner Karriere als Außenseiter. Österreichs Kapitän sieht nach verpatzten September-Länderspielen aber auch eine Chance zur Wiedergutmachung. „Wir haben die Möglichkeit, unser wahres Gesicht zu zeigen. Das ist unser Ziel“, betonte Alaba am Montagnachmittag.

Der vergangene Lehrgang sei mit Niederlagen in der WM-Qualifikation in Israel (2:5) und daheim gegen Schottland (0:1) nicht so verlaufen, wie man sich das vorgestellt habe. „Das hat sicher ein bisschen gebraucht, um das zu verdauen. Aber wir schauen da jetzt nicht mehr zurück“, betonte Alaba. Auf den Färöern fuhren die Österreicher am Samstag bereits einen Pflichtsieg ein (2:0), in Dänemark wollen sie nachlegen. Alaba: „Wir werden versuchen, alles in die Waagschale zu werfen.“

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Die Stärken der Dänen sind dem 29-Jährigen nicht verborgen geblieben. „Dass sie als Kollektiv einen wirklich gepflegten und sehr guten Fußball spielen, wissen wir. Aber wir wollen unsere Philosophie und unsere Stärken auf den Platz bringen, dass wir hier trotzdem ein gutes Spiel abliefern. Wir sind hier hergekommen, um trotzdem erfolgreichen Fußball zu spielen. Das wird aber natürlich einiges von uns abverlangen.“

Alaba zeigte sich „zu 100 Prozent überzeugt“, dass das ÖFB-Team auch in der Lage sei, den Dänen (Torverhältnis 26:0) als erstes Team in der WM-Quali ein Tor zu schießen. „Dazu haben wir das Potenzial und auch die Qualität in der Mannschaft.“ Auch wenn die Ausfälle von Offensivwaffen wie Marko Arnautovic, Sasa Kalajdzic oder Christoph Baumgartner schmerzen.

„Uns ist bewusst, dass Dänemark als Favorit ins Spiel gehen wird. Dadurch ändert sich meine Einstellung aber nicht, und auch unsere als Mannschaft nicht“, versicherte Alaba, der im Parken-Stadion sein 90. Länderspiel absolvieren wird. „Es wird entscheidend sein, dass wir uns an unsere Stärken und an unseren Plan halten.“

Bachmann glaubt an ÖFB-Überraschung in Dänemark

Ein erfolgreiches Spiel würde man auch Leo Windtner widmen. Für den 71-jährigen Oberösterreicher wird es das 123. und letzte Länderspiel seiner Amtszeit als ÖFB-Präsident. „Wir Spieler hatten alle ein sehr gute Verhältnis zu ihm. Wir durften immer seine Unterstützung spüren“, sagte Alaba, der 2009 ein halbes Jahr nach Windtners Amtsübernahme im A-Team debütiert hatte. In den vergangenen zehn Jahren habe man beim Nationalteam eine sehr gute Entwicklung gesehen. „Da hat er sicherlich seinen Teil dazu beigetragen.“

Ähnlich sah es Teamchef Franco Foda: „Er hat, denke ich, Außergewöhnliches geleistet für den österreichischen Fußball.“ Der Deutsche verwies neben dem A-Team auch auf Windtners Einsatz für den Frauenfußball und die Nachwuchsnationalteams. „Und er hat auch nie den Breitensport vergessen. Es zeichnet ihn einfach aus, dass er immer das große Ganze im Blick hatte.“

Windtners designierter Nachfolger Gerhard Milletich wird am Sonntag ins Amt gewählt. Foda riet dem scheidenden Präsidenten, die Zeit danach zu genießen – auch wenn der Abschied schwer fallen sollte. Der Teamchef berichtete von einem sehr fairen und korrekten Umgang mit Windtner. „Er hat auch uns in schwierigen Situationen immer unterstützt. Er hat nie die Übersicht verloren. Es ist unser aller großer Wunsch, dass wir ihm noch einen Sieg schenken.“

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(APA)

Bild: GEPA